Wir verlassen den indischen Ozean auf der Hauptstrasse Mombasa-Nairobi.
Die Fährüberfahrt und die Durchquerung von Mombasa verlangen vom Fahrer einiges Geschick, da in diesem Verkehrschaos fast keine Verkehrsregeln / Ampeln respektiert werden. Die vielen Checkpoints an den Ausfallsstrassen blockieren zusätzlich den Verkehrsfluss.
Die Strasse über Land ist in sehr gutem Zustand, aber die Hunderten von Lastwagen, die teilweise mit nur10 km/h die leichten Steigungen hochfahren machen ein Fortkommen auf der zweispurigen Strasse sehr mühsam.
Wir sind im Tsavo N.P. , einer der grossen Tierparks , der bis zum Kilimanjaro reicht und durch die Nairobi-Mombasa Road in einen West und Ostteil gespalten wird.
Blick von der Tsavo Lodge: unendliche Weite der afrikanischen Savanne mit ein paar wenigen Wasserstellen.
Im Gegensatz zum tropischen Urwald an der Küste kriegt die Savanne viel weniger Niederschläge und die Temperaturen sind auf 1400m ebenfalls moderater .
Der Park ist bekannt für seine „roten" Elefanten.
Sobald der Schlamm der typischen roten afrikanischen Erde auf der Haut eintrocknet, scheinen die Elefanten in leuchtendes Rot getaucht.
Junger Bulle
Das Wasserloch wird auch von Büffeln benutzt
Selbst das Fell der Zebras hat einen Rotstich...
Wasserspiele des Elefantennachwuchses.
Büffelherde im Anmarsch. Zum Glück sind wir im Jeep gut geschützt.
Gelb-Nacken Hühner
Elefanten migrieren je nach Jahreszeit über grosse Distanzen. Sie benutzen auf ihren Wanderungen immer die gleichen Trampelpfade oder Strassen um besser vorwärts zu kommen.
Bulle: die Stosszähne werden bis 3m lang.
Kein Wunder dass es immer wieder zu Wildereien kommt.
Trotz Überwachung im Park sind im vergangenen Monat zwei der sehr selten gewordenen Nashörner getötet worden.
Der 2 km lange nackte Felsrücken gehört zum afrikanischen Urgestein (Präkambrium).
Er bildet eine natürliche Barriere für das Wasser.
Die Jäger haben früher diesen Ausguck genutzt, um zu Jagen und nachher das zerteilte Fleisch
auf den Felsen zu trocken.
Die beiden Löwinnen ziehen sich nach dem Besuch des Wasserlochs in die nahen Hügel zurück.
Ihre Tarnung in der Savanne ist beinahe perfekt.
Nairobi (3 Mio):
Eigentlich wurde die Destination Nairobi wegen der aktuellen politischen Lage aus dem Tourplan gestrichen.
Wir müssen aber trotzdem hin: Judith hat wahrscheinlich von einem Mückenstich eine schwere Infektion im rechten Bein gekriegt.
Hohes Fieber, akute Gliederschmerzen, Erbrechen und Durchfall sind nicht ideal beim Campieren.
Zusätzlich kann man schwere Erkrankungen wie Malaria und Dengle hier nie ganz ausschliessen.
Im Busch muss man sich zu helfen wissen.
Die Elektrolytlösung hilft nach starkem Erbrechen den Magen zu stabilisieren und den Wasserverlust zu kompensieren.
Ueber einen Anruf bei der Schweizer Botschaft erhalte ich trotz Wochenende die besten Spitaladdressen in Nairobi, das 320 km entfernt ist. Eine mühsame 7- stündige Fahrt mit Schmerzen….
In der Notfallstation des grossen Nairobi Hospitals wird Judy problemlos aufgenommen und untersucht.
Dank der heutigen schnellen Bluttests wird die Diagnose rasch bestätigt. Kortison und Breitbandantibiotika lindern rasch das Fieber und die starke Schwellung und Rötung bilden sich langsam zurück.
Die schweizerische Botschaft erkundigt sich am Abend über den Zustand der Patientin und bietet ihre Hilfe an….
Jetzt ist Rekonvaleszenz angesagt: Judith im Spital, ich im Hotel Silverspring vis a vis.
Ein bisschen unfair ...
Hotel und Spital sind stark bewacht, macht Euch also keine Sorgen.
Die Infektion ist besiegt, aber die Entzündung und Schwellung gehen nur langsam zurück.
Der hiesige Stationsarzt und die Tropenärztin der Rega raten wegen Thrombosegefahr und weiterhin hohem Infektionsrisko von einer Fortführung der Safarireise ab.
Judy wird am Wochenende in die Schweiz repatriiert.
Eine erstaunlich gut funktionierendes internationales Network macht dies möglich. Die Krankenkasse gibt Auftrag der Rückführung an Medicall, die involvieren die Rega für medizinische Abklärung und Flugreservation. Rega gibt Reisekosten an TCS weiter (ETI Schutzbrief).
Lokale Spitalkosten zahlt die Versicherung von AMREF (Flying Doctors) Kenia, ein Partner von Medicall….
Kleider von Judy die nicht benötigt werden nimmt eine Obdachlose gerne .
In Nairobi gibts nebst eleganten Wohnvierteln auch Slums...
Ich werde mich am Sonntag wieder mit unserer Gruppe treffen um das Auto nach Windhoek zurückzubringen.
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